ÜBER MICH

Auf dieser Seite ein gibt´s ein paar Einblicke in mein Leben, meine Arbeit als Politiker und ein bisschen Privates.

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Kindheit und Jugend in Würflach, Ternitz und Mödling  

In Würflach, Ternitz und während meiner HTL-Zeit in Mödling genoss ich eine glückliche Kindheit und Jugend, wie es in den 60er- und 70er-Jahren halt so war. Aus wohlbehütetem Elternhaus in Richtung große Welt, Moped, Interrail und die erste sturmfreie Bude mit 16.

Geboren am 10. Mai 1961 in Neunkirchen (Vater Johann, Polier; Mutter Elfriede, Modistin; später Verwalterehepaar im AKNÖ Schulungsheim Hirschwang; Schwester Brigitte).

Meine Kindheit rund um die Volksschule in Würflach und die Hauptschule Ternitz - darüber sollte ich ein Buch schreiben: Fußballspielen und Skifahren auf der Wiese, Skikurse auf der Ternitzer Hütte der Naturfreunde am Schneeberg, mit dem Bonanza-Rad cruisen, Feuerwehrmaskottchen mit Uniform bei der FF Hettmannsdorf-Wolfsohl, Blockflötenunterreicht, im Schulchor „Würflacher Klammspatzen“, Trompetenunterricht beim Opa, Jugendblasorchester der VEW Ternitz inklusive Jungbläserseminare und -abzeichen am Kinderwaldl in Ternitz,  Krankenkassen-Kur zum Aufpäppeln, Ferienlager in Senigallia, der Schulweg zu Fuß oder mit dem Rad, Sommer im Ternitzer Stadtbad und im Terassenbad Würflach,  Sonntagsausflüge, ARBÖ-Sternfahrten und IVV-Wandertage mit Fleischlaberln und Saurer Extra, Skifahren in Spital am Semmering, Urlaube in Jugoslawien und Ungarn (Kapuvar und Balaton) und mit dem Puch 500 durch Deutschland, Luxemburg und die Schweiz. Die Zeit bei Opa und Oma in Ternitz mit Ausflügen nach Sieding, Puchberg und auf die Gfiederwarte, Badespaß und Elektroboot am Neusiedlersee, Verwandtenbesuche in Wien inkl. Übelkeit auf der Autobahn, Einkaufsfahrten nach Wiener Neustadt und Vösendorf (mit drei Stunden im Auto warten, weil Kinder damals nicht in die Metro durften), Milch mit der Kanne holen, telefonieren vom Gasthaus Seewald, Frühschoppen auf Radio NÖ und „Autofahrer unterwegs“.... alles völlig unvollständig, aber schön war´s!

Bravo lesen, Suzi Quatro- und Alice Cooper-Starschnitte, die Hitparade vom Radio auf Kassetten aufnehmen, die ersten Schallplatten von Sweet, Alice Cooper, Beatles, Deep Purple und Uriah Heep - aber auch von Wolfgang Ambros und Arik Brauer, die selbstgebaute Lichtorgel im Kinderzimmer. Fernsehhighlights wie Bonanza, Daktari, Westlich von Santa Fe, Flipper, Fury und Lassie - aber auch „Wer bastelt mit“, „Einer wird gewinnen“, „Der goldene Schuss“, „Wünsch dir was“ und die legendären Boxkämpfe des Jahrhunderts mit Muhammad Ali. Aber auch die ersten Kinobesuche in Willendorf und Wimpassing.

Vor kurzen habe ich mein Autogrammbuch wieder gefunden – mit Autogrammkarten von Pierre Brice, Wolfgang Ambros, von Giacomo Agostini und den österreichischen Sportidolen Jochen Rindt, Wolfgang Steinmayr und Hans Orsolics bis zu meinen Rapid-Legenden Hans Krankl und Antonin Panenka. Stolz bin ich auf persönliche Widmungen von Bruno Kreisky anlässlich meiner Wahl zum Vorsitzenden der SJNÖ, persönliche Worte von Rosa Jochmann; Glückwünsche von Fred Sinowatz und Widmungen von Willy Brandt, Olaf Palme und anderen.

Mit dem ersten Moped, einer gebrauchten Puch MC, hat sich der Aktionsradius für Discos und Feste, aber auch in die HTL nach Mödling, deutlich erweitert (z.B. Grand Prix in Zeltweg, Rockfestival Pinkafeld mit der EAV). Die große weite Welt eröffnete uns mit 16 Jahren das Interrail-Ticket. Mit der Bahn ging´s nach Amsterdam, London, Paris, Madrid, Alicante, Monte Carlo und die Côte d'Azur.

Während der HTL-Zeit genossen wir „Kinder vom Land“ das Flair der Schulstadt. Nach zwei Jahren Internat mit unbeheiztem Schlafsaal und Spind, magerer Verpflegung und häufigen Ausgangssperren genoss ich die weiteren Jahre in sturmfreien Buden als WG in der Scheffergasse und Schillerstraße. Unsere Stammbeisln waren das Mautwirtshaus, die Konditoreien Glanz und Ratz und später das Schrannenbeisl. Lagerfeuer-Parties mit einem billigen Doppler oder Ribiselwein und Gitarrenmusik von Simon & Garfunkel, das Capitol-Kino, der Mödlinger Fasching, mit der Bahn nach Budapest und an den Plattensee, 10 Jahre Woodstock-Revival mit Joe Cocker, Richie Havens, Country Joe McDonald u.a., Konstantin Wecker im Konzerthaus, die ersten Rapid-Matches und natürlich viel und fleißig büffeln. Bemerkenswert ist, dass unser E5c-Klassentreffen jährlich stattfindet und mir die Professoren der HTL, seit ich Abgeordneter bin, viel freundlicher erscheinen, als während meiner Schulzeit … und der Rest ist Schweigen.

Schule und Jobs: Von der HTL zum Berufspolitiker  

Als „Kind der Ära Kreisky“ zähle ich zu der ersten Generation jener Arbeiterkinder, denen die Chance einer höheren Schulbildung und eines Studiums ermöglicht wurde. Ich habe das vor allem meinen Eltern und der sozialdemokratischen Reformpolitik dieser Zeit zu verdanken.

Nach der Volksschule Würflach und der Hauptschule Ternitz absolvierte ich die HTBLuVA Mödling Abt. Elektrotechnik (Maturajahrgang 1980). Das Studium der Politikwissenschaft, Publizistik und Kommunikationswissenschaften an der Universität Wien habe ich später berufsbegleitend im zweiten Bildungsweg erfolgreich absolviert.

Ferialjobs u.a. beim Dorfelektriker, am Bau, bei Radio Austria AG, als Sport- und Gesellschaftsjournalist und Pressefotograf bei der Neunkirchner Volkspost und als touristischer Höhlenführer (mit Bergmannsuniform und Karbidlampe) in der Seegrotte Hinterbrühl entspannten das knappe Taschengeld und brachten erste Arbeitserfahrungen. Nach dem Zivildienst – ich musste noch durch die Zivildienstkommission, die „mein Gewissen überprüfte“ - beim Roten Kreuz in Neunkirchen trat ich meinen ersten Job als Elektrotechniker bei der Post- und Telegraphenverwaltung in Wien an.

Bald nachdem ich als Elektrotechniker bei der Brown Boveri AG in Wiener Neudorf begann, wurde mir der Job als Landessekretär der Sozialistischen Jugend NÖ im damaligen Landesparteisekretariat der SPÖNÖ in der Wiener Grillparzerstraße angeboten. Damit war´s vorbei mit der Technik und der Weg in die Politik auch beruflich geebnet: Landessekretär der SJ (1982-1985), Landesstellenleiter des Dr. Karl Renner-Institut Niederösterreich (1985-2003), Klubobmann im Landtag (2003 bis 2008) und seither Vollzeit-Abgeordneter ohne Nebenjob.

Als Landesbildungssekretär, RI-Landesstellenleiter und Internationaler Sekretär habe ich mich um eine Öffnung und Modernisierung der Landespartei bemüht, die inhaltliche Programmarbeit mitverantwortet, die wiederentstehenden Schwesterparteien in unseren östlichen Nachbarstaaten organisatorisch und politisch unterstützt und den EU-Beitrittsprozess Österreichs begleitet. Dass Berufspolitiker am unteren Ende der Imageskala rangieren, versuche ich mit besonderem Fleiß, Bürgernähe und Bescheidenheit entgegenzuwirken und finde dafür - natürlich nicht bei allen Menschen - persönliche Anerkennung und Unterstützung. Ich mach´s gern! Trotzdem mache ich mir Sorgen, wie es mit der demokratischen Teilhabe in einer immer mehr gespaltenen Gesellschaft weitergehen wird. Meine Grundwerte: Freiheit, Gleichheit, Gerechtigkeit und Solidarität!

JUSO forever  

Dass mir politisches Interesse und die Begeisterung für die Sozialdemokratie bereits in die Wiege gelegt wurden, klingt kitschig, dürfte aber so gewesen sein. Papa war engagierter Kommunalpolitiker und Betriebsrat, bei Opa hing morgens die Arbeiter Zeitung an der Tür, die Oma sammelte Konsum-Marken und Bruno Kreisky begeisterte uns alle.

So gerne wäre ich ein 68er-Revolutionär gewesen, als Student auf die Barrikaden gegangen und gegen den konservativen Mief gekämpft. Obwohl ich dafür zu jung war, bewegten mich die Weltereignisse vom Kampf gegen die Apartheidpolitik in Südafrika, die Militärputsch in Chile gegen Salvador Allende, die kubanische und nicaraguanische Revolution und vor allem die Reformpolitik der Ära Kreisky.

Natürlich war ich schon als Kind mit auf 1. Mai-Kundgebungen, ARBÖ-Sternfahrten und SPÖ-Festen. Die ersten direkten Kontakte mit der SPÖ waren ein Rezept, das ich für ein Kochbuch von LH-Stv. Hans Czettel eingeschickt und dafür ein T-Shirt bekommen habe und ein Klassenkamerad in der HTL, der SJ-Pickerl verteilte und mich als Mitglied warb. Um in Würflach eine SJ zu gründen, traf ich mich bei einer „Jung sein in NÖ“-Veranstaltung im Mödlinger Brauhofsaal mit dem damaligen Vorsitzenden Karl Schlögl. Mit seiner Unterstützung gründeten wir die SJ Würflach mit regelmäßigen Treffen im Gasthaus Ingrid Weninger und wurden schnell zu einer starken Gruppe - Film- und Diskussionsabenden, Feste und der Teilnahme an Bezirks- und Landesveranstaltungen standen am Programm. Bald darauf wurde ich in den Bezirks- und Landesvorstand der SJNÖ gewählt und habe FreundInnen für’s Leben kennengelernt. Mit meiner Übersiedlung von Würflach nach Gießhübl 1983 wurde ich SJ-Bezirksvorsitzender in Mödling und vom damaligen Vorsitzenden Josef Hesoun in den Bezirksparteivorstand aufgenommen.

Im Herbst 1981 wurde mir die Funktion des SJNÖ-Landessekretärs angeboten. Somit begann mit 1.1.1982 meine hauptberufliche Tätigkeit in der SPÖ unter dem damaligen Landesparteisekretär Max Strache in der Grillparzerstraße. Bei der Landeskonferenz in Brunn/Geb. mit Bruno Kreisky als Referenten wurde ich 1985 zum Landesvorsitzenden (bis 1989) gewählt. Von 1986 bis 1990 war ich Stv. Verbandsvorsitzender der SJÖ im Team mit Josef Cap, Alfred Gusenbauer, Peter Kaiser, Werner Faymann, Gitti Ederer, Erwin und Herbert Buchinger, Doris Bures und vielen andern heutigen Alt-Jusos. Die Teilnahme an den Kongressen der Sozialistischen Jugendinternationale (IUSY) in Brüssel (1987) und Bommersvik (Schweden, 1989) waren für den kleinen JUSO aus Würflach einmalige Erlebnisse, ebenso wie meine Ansprache beim IUSY-Festival in Valencia.

Die Kombination aus alternativer Freizeitgestaltung (Jung sein in NÖ, Sommer- und Wintersportfest etc.) und politischem Auftreten (Woche der SJ, kritisches Kulturprogramm) fand Zuspruch und machte die SJNÖ in den 80er-Jahren zur aktivsten und mitgliederstärksten Jugendorganisation. Highlights waren die großen Fackelzüge in Ternitz, Gänserndorf, Traisen und Mödling, die Sommer- und Wintersportfeste mit hunderten TeilnehmerInnen, die Woche der SJ mit hunderten Veranstaltungen im ganzen Land, SJ-direkt als auflagenstärkste Jugendzeitschrift in NÖ, der SJ/AKS-Schülerkalender, die Teilnahme an den internationalen Jugendtreffen in Wien (1981), Luxemburg (1985), Valencia (1987) und Paris (1989), Festivals, Sommer- und Kabarett-Touren mit dem Ensemble Schlabarett „Atompilz von links“ (mit Alfred Dorfer, Andrea Händler, Roland Düringer und Reinhard Nowak), den Austropopern Wolfgang Ambros, Uli Baer, Liedermacher Sigi Maron und vielen anderen.

Internationale Solidaritätsarbeit mit der sandinistischen FSLN, der Frente Polisario (Besuch in den Flüchtlingslagern in der Westsahara, Projekt „Pumpen für die Wüste“), den Aktivisten aus Chile, Südafrika, Angola und anderen Freiheitsbewegungen, die großen Wiener Friedensdemonstrationen am 15. Mai 1982 in Wien unter dem Motto „Den Atomkrieg verhindern! Abrüsten!“ (mit 80.000 TeilnehmerInnen die bis dahin größte Kundgebung der Zweiten Republik) und der Friedensmarsch am 22. Oktober 1983 mit einer 5 km lange Menschenkette zwischen den Botschaften der USA und der Sowjetunion, die Teilnahme an der Friedensdemo am 22. Oktober 1983 im Bonner Hofgarten mit Willy Brandt gegen den NATO-Doppelbeschluss, unvergessliche Antifa- und Austromarxismus-Seminare mit Josef Hindels und Jugenddiskussionen mit Rosa Jochmann … In der inhaltlichen Auseinandersetzung mit der ÖVP (Taus und Götz – Nein danke!), den alten und neuen Rechten (von der ANR über Pornojäger Martin Humer bis zu Jörg Haider) bis zu parteiinternen Richtungskämpfen (rot-grüne Markierungen, Vorzugstimmenwahlkampf für Josef Cap 1983) lernten wir, wie Politik geht. SJ-FreundInnen zu nennen, würde den Rahmen sprengen – aber Karl Schlögl, Herbert Thumpser und Brigitte Tauchner möchte ich stellvertretend erwähnen.

Zentrale Inhalte meiner JUSO-Zeit waren u.a. die „neuen sozialen Bewegungen“ für Frieden, Solidarität und Umwelt, die 35 Stunden-Woche, Wählen mit 16 und gegen eine NÖ-Landeshauptstadt. Bei vielen dieser Fragen, aber auch bei österreichischen Waffenlieferungen, „AKW-Nein danke“ und später gegen das Kraftwerk in Hainburg, mussten wir innerhalb der Sozialdemokratie unsere/n Mann/Frau stehen – aber die Geschichte hat uns (teilweise) Recht gegeben. Wenn ich auch heute noch regelmäßig meinen SJ-Mitgliedsbeitrag bezahle, dann tue ich es nicht aus Nostalgie, sondern aus innerster Überzeugung.

Ein Leben in der Politik  

Ob Gemeinderat in Gießhübl, SPÖ Bezirksvorsitzender in Mödling, Landtagsabgeordneter und Klubobmann in Niederösterreich, Abgeordneter zum Nationalrat, Vertreter des Österreichischen Gemeindebundes in der EU und im Europarat oder ehrenamtliche Vereinsfunktionen vom Roten Kreuz bis zum Fußballverband ... weil es mir wichtig ist, Partei zu ergreifen für Freiheit, Gleichheit, Gerechtigkeit und Solidarität.

Als Schüler und Jugendlicher Engagement in der Sozialistischen Jugend (SJ und SPÖ Würflach, SJ und SPÖ Bezirk Neunkirchen), in Friedens- und Solidaritätsbewegungen und seit 1983 in der SJ und SPÖ Bezirk Mödling und der SPÖ Gießhübl.  Landesvorsitzender der SJNÖ (1985-1989) und Stv. Verbandsvorsitzender der SJÖ (1986-1990). Gemeinderat in Gießhübl seit 1985 (geschäftsführender Gemeinderat 2005 – 2015). Mitglied des Landesparteivorstandes der SPÖNÖ und des Bezirksvorstandes der SPÖ Bezirk Mödling seit 1984. SPÖ-Bezirksvorsitzender seit 13. Dezember 1999. Nach einer kurzen „Karriere“ als Elektrotechniker bin ich auch beruflich als Landessekretär der Sozialistischen Jugend NÖ (1982-1985), als Landesstellenleiter des Dr. Karl Renner-Institut Niederösterreich (1985-2003) und von 2003 bis 2008 als Klubobmann voll in die Politik eingestiegen.

Mit meiner Übersiedlung von Würflach nach Gießhübl begann ich mich in der Orts- und Bezirkspartei zu engagieren. In Gießhübl hat Leo Buchner mit „Gießhübl Aktiv“ eine politisch interessante Plattform aufgebaut und mit seinen kritischen Diskussionen, linken Kabarett-, Musik- und Theaterveranstaltungen, Kinderfesten und der gleichnamigen Zeitung einigen Wind gemacht. 1985 wurde ich in den Gemeinderat gewählt und habe 2010 die erste rot-grüne Koalition in NÖ geschmiedet.

1987 habe ich mich in der Bezirkspartei Mödling in einer Kampfabstimmung um die Listenführung für die Landtagswahl durchgesetzt und am 27. November 1997 als Abgeordneter zum NÖ-Landtag angelobt. 1998 und 2003 zog ich abermals in den Landtag ein und war vom 24.04.2003 bis 10.04.2008 Klubvorsitzender des SPÖ-Landtagsklubs. Trotz harter Auseinandersetzungen mit LH Erwin Pröll und VP-Klubobmann Klaus Schneeberger ist uns als SPÖNÖ doch einiges gelungen – z.B. die Senkung des Kindergarten-Eintrittsalters auf zweieinhalb Jahre. In dieser Zeit hatte ich auch ehrenamtliche Aufsichtsratsfunktionen im Verwaltungsrat der NÖ Landesbank-Hypothekenbank Holding, EGB MedAustron und der EcoPlus inne.

Nach der Landtagswahl 2008 wechselte ich am 9. April 2008 in den Nationalrat und musste mich nach Molterers „Es reicht“-Koalitionsaufkündigung am 28. September 2008 einer erfolgreichen Wiederwahl stellen. Werner Faymann folgte Alfred Gusenbauer und in der legendären Plenarsitzung vom 24. September 2008 haben wir im feien Spiel der Kräfte eine vorgezogene Pensionserhöhung, eine Mehrwertsteuer-Halbierung auf Medikamente, die Verlängerung der Hacklerregelung, eine 13. Rate der Familienbeihilfe, die Abschaffung der Studiengebühren, eine Pflegegeld-Erhöhung sowie ein Heizkostenzuschuss für Senioren beschlossen. Im Gegensatz zur konservativen Erzählung, war diese Marathonsitzung ein deutliches Zeichen der SPÖ, wie man ohne ÖVP unser Land ein Stück gerechter und sozialer machen kann. Beim Beschluss zur Abschaffung der Studiengebühren hatte ich Tränen der Freude in den Augen. In meinen zehn Jahren im Nationalrat ging es u.a. um die Bewältigung der Finanz- und Wirtschaftskrise und die Migrationsfrage; hatte ich mit Schüssel, Strache, Stronach, Strolz und Buchner zu tun und lernte in den Regierungsverhandlungen 2013 die Ignoranz und Überheblichkeit von Sebastian Kurz kennen. Als Umwelt- und Klimasprecher war ich hunderten Verhandlungsrunden mit dem grundsätzlichen Njet der Wirtschaftskammer und den ständigen Subventionsforderungen des Bauernbundes konfrontiert. Dementsprechend schwach waren auch die österreichischen Auftritte bei den UN-Klimakonferenzen, an denen ich in Doha (2012), Warschau (2013), Lima (2014) und Paris (2015) teilnahm.

Meine wichtigsten parlamentarische Funktionen im Nationalrat: Schriftführer im Hauptausschuss, Stv. Vorsitzender des Ständigen Unterausschuss in Angelegenheiten der Europäischen Union, Außenpolitischer Ausschuss, Ausschuss für Bürgerinitiativen und Petitionen, Immunitätsausschuss, Ausschuss für innere Angelegenheiten, Landesverteidigungsausschuss, Sportausschuss, Ständiger Unterausschuss des Landesverteidigungsausschuss, Ständiger Unterausschuss des Ausschusses für innere Angelegenheiten. Dazu war ich Mitglied des Österreichischen Umweltrates, des Nationalen Sicherheitsrates, der Parlamentarischen Bundesheerkommission, Delegationsleiter bei der Parlamentarischen Versammlung der NATO, Mitglied der Parlamentarischen Versammlung des OSCE, Mitglied der österreichischen COSAC-Delegation (Konferenz der Europaausschüsse) und der Internationalen Parlamentarischen Union (IPU) zur Gemeinsamen Außen-, Sicherheits- und Verteidigungspolitik (GASP/GSVP) und zur Umwelt- und Klimapolitik. 

Seit 2010 Vertreter des Österreichischen Gemeindebundes (Mitglied des Präsidiums) in der EU (Ausschuss der Regionen) und im Europarat (Kongress der Gemeinden und Regionen) mit dem Schwerpunkt Monitoring und internationale Wahlbeobachtungen.

Nach meinem Ausscheiden am 8.11.2017 kandidierte ich 2018 wieder für den NÖ-Landtag und erreichte mit großartiger Unterstützung im Bezirk ein Direktmandat. In der laufenden Periode seit dem 2.3.2018 bin ich Obmann-Stv. des Verfassungs- und des Europaausschuss und SPÖ-Bereichssprecher für Europäische Union, Entwicklungszusammenarbeit, Verfassung und Rechnungshof.

Gerne engagiere ich mich auch in Vereinen und Institutionen wie u.a. im NÖ-Fußballverband (Präsident JHG Südost), Verein Naturpark Föhrenberge (Obmann Stv.), Rotes Kreuz Bezirksstelle Mödling, Obmann-Stv. Volkshilfe Bezirk Mödling, Gesellschaft für Kulturpolitik, dem Bund Sozialdemokratischer FreiheitskämpferInnen, Opfer des Faschismus und aktiver AntifaschistInnen (Bezirksvorsitzender seit 17.2.2021, Mitglied des Bundesvorstandes seit 7.5.2022).

So viele Wahlen, Gremien und Funktionen mag für den einen oder die andere seltsam wirken. Aber es macht viel Freunde an positiven gesellschaftlichen Veränderungen aktiv mitwirken zu können und jenen eine Stimme zu geben, denen nicht alles „in den Schoß fällt“.

Ehrungen: Großes Goldenes Verdienstzeichens der Republik Österreich, Silbernes Komturkreuz mit dem Stern des Ehrenzeichens für Verdienste um das Bundesland Niederösterreich, Silberner Ehrenring der Gemeinde Gießhübl, Floriani-Plakette in Gold des Österreichischen Bundesfeuerwehrverbandes, der Ehrenplakette des Österreichischen Roten Kreuz und diverser Auszeichnungen für langjährige Mitgliedschaft (SPÖ, Volkshilfe, Pensionistenverband, ÖGB).

Hobbies und Privates: reisen, lesen, schreiben, heimwerken ...  

Als Vater zweier erwachsener Kinder und Großvater vertreibe ich mir meine Freizeit als Weltenbummler, Leseratte, Hobbyhistoriker und Heimwerker.

Reisen gehört seit jeher zu meiner großen Leidenschaft. Egal ob Familienurlaub, Städtetrips, Studienreisen oder Abenteuertouren – Hauptsache weg und Neues kennenlernen. Dabei geht’s selten um Erholung, sondern ums Erleben. Von den "neuen sieben Weltwunder" - Taj Mahal, Chinesische Mauer, Chichen Itza, Machu Picchu, Kolosseum, Cristo Redentor – fehlt mir noch die Felsenstadt Petra in Jordanien. Neben den touristischen Sehenswürdigkeiten treibt es mich gerne auf Märkte, in abgelegene Stadtteile und Regionen und vor allem an Orte historischer Bedeutung.

Dazu gehören – vielleicht skurril – Grab- und Gedenkstätten wie die von Karl Marx in London-Highgate, Olof Palme in Stockholm, Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht in Berlin, Salvador Allende und Víctor Jara in Santiago de Chile, Che Guevara in Santa Clara und Villagrande, Mahatma Gandhi Memorial in Delhi, Mao-Mausoleum in Peking, Lenin-Mausoleum in Moskau, José Marti am Friedhof Santa Ifigenia in Santiago de Cuba, Martin Luther King Jr. National Historical Park in Atlanta, J.F. Kennedy-Grab am Arlington National Cemetery, Jim Morrison am Pariser Ostfriedhof Père Lachaise, Elvis Presley in Graceland und natürlich der Wiener Zentralfriedhof. Wem das alles zu links klingt: Ich hatte mit dem Präsidium des Österreichischen Gemeindebundes eine Privataudienz bei Papst Franziskus.

Aber ich renn nicht nur auf Friedhöfen herum. Viel Zeit verbringe ich gerne an mir wichtigen Orten wie im Nelson Mandela House in Soweto, dem Beatles-Zebrastreifen in der Abbey Road, dem Devil-Pool im Sambesi River, vor einer Jurte in der Mongolei, Frühmorgens noch allein auf der Chinesischen Mauer, mit dem Fahrrad durch das Mekongdelta, schwimmen im Titicacasee, Naturschönheiten wie die Wüsten in Namibia oder Algerien, Nationalparks in den USA, Wasserfälle von Niagara über Iguazú bis zu den Victoria-Falls genießen, abenteuerlich auf eigene Faust durch Latein- und Südamerika, Afrika und Asien, Don Camillo & Peppone-Museum in Brescello und Anne Frank-Haus in Amsterdam, Fan-Reisen mit Rapid zu Europacupspielen... Begonnen hat die Reiselust mit meiner Interrail-Tour im Alter von 16 Jahren durch Europa … und es gibt noch einiges zu sehen.

Viel von der Welt konnte ich auch im Umfeld politischer Delegationen und Konferenzen, bei Studienreisen mit dem Gemeindevertreterverband und dem Gemeindebund und bei Wahlbeobachtungs-Missionen kennen lernen. Auch Kontakte mit Persönlichkeiten wie UN-Generalsekretär Ban Ki-moon, Willy Brandt, Olaf Palme, Felipe Gonzales, François Holland, Evo Morales, Daniel Ortega, John Kerry, Arnold Schwarzenegger aber auch z.B. Wladimir Putin, Recep Erdoğan und viele andere.

Theater und Konzerte - vom Stadttheater Mödling, den Stationen des NÖ-Theatersommers von Gars bis Reichenau, den Salzburger Festspielen, Wagner in Erl, Oper in Verona, Musical am Broadway (nur Karten für die Metropolitan Opera hab‘ ich noch nicht ergattert) - genieße ich besonders. Ein Konzertgeher bin ich nur wenn die Rolling Stones, Suzi Quatro oder Wolfgang Ambros auftreten, ein Cineast bin ich überhaupt nicht.

Ausgleich finde ich auch beim Heimwerken, Garteln, Lesen und beim Knotzen vor dem Fernseher – am liebsten bei seichten Krimis, Quizsendungen und „Bares für Rares“. Nächtelang kann ich zu historischen Ereignissen recherchieren, zeitgeschichtliche Beiträge und Pressetexte verfassen.

 

Publikationen:

Weninger, Hannes; Danimann, Franz: Niederösterreichs Sozialisten und der März 1938, Zeitdokumente, Dr. Karl Renner-Institut NÖ, Wien 1988;

Weninger, Hannes [Hrsg.]: Die Freiheit die WIR meinen, Beiträge zum 60. Jahrestag des Februar 1934, Zeitdokumente, Dr. Karl Renner-Institut NÖ, Wien 1994;

Weninger, Hannes; König, Erich: Geschichte sozialdemokratischer Medienpolitik in Österreich 1848 - 1994, Dr. Karl Renner-Institut, Wien 1995;

Weninger, Hannes: Erfolgsstory Zweite Republik - 50 Jahre für Niederösterreich, Ausstellungskatalog, Dr. Karl Renner-Institut NÖ, Wien 1995;

Weninger, Hannes; Danimann, Franz: Niederösterreichs Sozialisten und das Jahr 1945, Zeitdokumente, Dr. Karl Renner-Institut NÖ, Wien 1995.

Burg, Werner; Weninger, Hannes: Die Geschichte der Arbeiterbewegung im Raum Mödling. Von den Anfängen bis zur Zweiten Republik. SPÖ Bezirk Mödling, Mödling 2010 

Weninger, Hannes: #Zeitreise zur Geschichte der Arbeiterbewegung – online-Parteischule, SPÖ Bezirk Mödling, Mödling 2020